die Superstar- und Big Brother Shows und die tausenden Überwachungskameras haben ernste Verhaltensstörungen bewirkt. Seit Mitte Juli war ich auf der Suche nach einer WG und habe die Eine oder Andere Ausnahmesituation (üb)erlebt.
Mein jetziger Vertrag ist befristet, sonst wäre ich gerne an der Fruchtallee geblieben. So habe auf meiner Suche viel lernen können. Gelernt in der Kategorie "Gibt nicht? - Gibts doch!".
Ich habe mein erstes WG-Casting erlebt. Die Bewohner waren auf der Suche nach einen Maedel oder einem Kerl für Ihre WG im Schanzenviertel.
Ich durfte nicht tanzen und was über mich erzählen war auch nicht erwünscht. Dafuer waren einfach 30 Leute zu viel in der Wohnung. Stattdessen sollte jeder einen Fragebogen ausfüllen. Die Fragen waren jedoch an Sinnbefreitheit nicht mehr zu überbieten:
Wenn ich mich je wieder auf WG-Suche gegebe, möchte ich nie wieder einen Fragebogen in die Hand bekommen mit der Frage: Pinkelst Du im stehen?. Diese Frage ist sexistisch, da Frauen das nun mal nicht können. Wenn hier ein "Ja" Voraussetzung ist um in eine WG einzuziehen, Nein danke!
Was soll die Frage wie man seine häusliche Ordnung einstuft? Wer, der nie gelernt hat ohne Mama zu leben würde da schon mit "Leider ist meine häusliche Ordnung ungenügend" antworten? Der gesamte restliche Fragebogen bestand nur aus geschlossene sinnbefreiten Fragen, die beantwortet die Aussagekraft einer Flasche Pommes hatten.
Schockierend war allerdings, dass die Leute dort fleißig am schreiben waren und das was sie schrieben war mit Sicherheit nicht der Artikel 1 unseres Grundgesetzes. Auf die Idee zu kommen den Unsinn zu hinterfragen ist leider keiner gekommen.
Ich habe in die Runde gefragt ob sich noch wer verarscht fühlt, den würde auf ein Bier in der Schanze einladen. Wenigstens ist auf diese Weise im Anschluss noch ein schöner Abend entstanden.
Für mehr Denken!
Marcel




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