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Sunday, June 29, 2008

Heute war der Tag auf den den ich mich die letzten Wochen vorbereitet habe. Der Hella Hamburg Halb-Marathon.

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Ich habe fast nicht geschlafen. Eigentlich gab es keine Gruende warum ich nicht schlafen konnte. Irgendwas in meinem Hals tat weh und ich bekam Kopfschmerzen. Nicht diese Art von Kopfschmerzen die man normaler Weise zur Kenntnis nehmen wuerde, geschweige denn ernst nehmen kann, aber wenn man subjektive grosses vor hat, kann man sich mit so was kirre machen.


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Ich glaube Laeufer koennen recht sehr schnell zum Hypochonder werden. Einfach alles an seinem Wohlbefinden wird auf die Wage gelegt. Um 6h war ich wach. Weiter schlafen bis 7:30h. Erst Fruehstuecken dann duschen. Hunger ist uncool beim Laufen, kurz vor dem Lauf etwas essen ist allerdings noch uncooler. Auf die Sportsachen, Tasche, los.

Sonntags morgens 8:30 in Hamburg, die U-Bahn ist voll. Voll mit komischen Menschen. Alle mit Polar Pulsmesser, und der obligatorische Wasserflasche. Man war ich aufgeregt. Um mich abzulenken fing ich mit einem Paerchen ein Gespraech an: Sind die beiden doch tatsaechlich aus Duisburg angereist um hier zu laufen.

Der Start: Reeperbahn. Ich glaube die moegen da keine Laeufer, die wenigen Leute an den Fenster sahen so aus als wenn wir sie beim Schlafen stoeren. Sollen sich mal nicht so anstellen! Sonntags morgens ein paar tausend Menschen vor der Haustuer rumhuepfen zu haben. Aber vielleicht haben Sie sich auch ueber die Sambatrommler mokiert, die ab 9:30h fuer Stimmung sorgten.

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Um 10 ein Schuss, die Menschen klatschten und es ging los. Also fuer die in der ersten Reihe ging es los. Ich habe mich als Neuling ganz ans Ende gestellt. Meine Theorie - zumindest kann ich nicht ueberholt werden. Bei Kilometer zwei, ein Blick auf meine Uhr - eine Zeit von 6:30min/km. So wird das nix mit der angepeilten Zwei-Stunden-Grenze. Zudem habe ich mich lang genug gebremst. Ein wenig Gas gegegen und die naechsten zwei Kilometer mit einem Schnitt von 5:50m/km gelaufen. Ich fuehlte mich richtig gut, die erste Wasserstelle in der Speicherstadt: Wie trinkt man eigentlich aus einem Plastikbecher waehrend man laeuft. Anhalten bei Kilometer fuenf - geht ja mal garnicht. Folgende Technik habe ich ab geschaut: Becher ganz ansetzen und am Mund zusammen druecken. Noch nicht perfekt aber funktioniert. Das coolste ist allerdings die Becher einfach beilaeufig wegzuwerfen, so wie es die Radfahrer bei der Tour de France machen.

Dann ging es raus aus Hamburg - ueber die Elbe nach Sueden. Keine Ahnung was das sollte aber auf einmal war ich im Outback von Hamburg. Zudem kamen mir Laeufer entgegen. Die Schleife nach Sueden ist etwa 3km lang, die Laeufer die mir da entgegen kommen sind also 3km voraus.

Aber die Beine sind gut, die Kopfschmerzen weg und es geht weiter, als mich ein Maedel anspricht und fragt wie es laeuft: Die Frau aus der U-Bahn. Da ist man mit 5000 Leuten am laufen und trifft genau diese Person wieder. Sie hat die gleiche Geschwindigkeit wie ich und so erfahre allerhand Details.

Die Halbzeit kam und von da aus geht es ja gefuehlt bergab. Man ist eben auf dem Rueckweg. Bei Kilometer 16 war mir dann entgueltig eher nach Rueckenlagen anstatt nach Rueckweg, die Alster zog sich und ich habe auf jeder Kilometermarke gehofft.

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Aber Abbrechen ist keine Option, zumal ich bei Kilometer 18 war. "Einfach weiterlaufen du bist fast da". Den Satz habe ich Mantra-maessig bis zum Ziel bestimmt ein paar hundert mal vor mich hingenuschelt. Bis auf die Zielgeraden war ich durchgelaufen, ich sah das Ziel und hoerte ploetzlich auf zu laufen. Voellig bekloppt, Ich hab das garnicht entschieden auf einmal ging ich. Es dauerte ein paar Sekunden bis der Gedanke "Bist du eigentlich bekloppt" in Kopf angekommen, dann bin ich gesprintet. Die letzten 200 Meter einfach nur noch so schnell ich konnte.

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So nach der Langform, die Fakten: Der schnellste hat 1:04h gebraucht und kam soweit ich das verstanden habe aus Kenia - wie uebrigens die ersten 6 insgesamt aus Afrika kamen. Ich habe doppelt so lange gebraucht und war nach 2:10h am Ziel.

Was ein Schnitt von 6.16m/km ergibt. Mein Ziel war "Ankommen, wenn es geht um 2 Stunden", dass habe ich erreicht. Am Ziel gab es Bananen und alle Gemacktsrichtungen der Firma Hella.

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Ich wusste garnicht mehr wie lecker doch Bananen sind.

Comments

Hi Marcel,
gratuliere Dir zu Deinem Duchhalten und zu Deiner Zeit!.
Beachtenswert find ich auch, dass Du wärend Du gelaufen bist noch fotografieren konntest. :-)
Ich finde aber, es ist ganz wichtig vor lauter laufen nicht kirre zu werden...

Zitat:...Am Ziel gab es Bananen und alle Gemacktsrichtungen der Firma Hella...
...Da bin ich froh, dass es keine Glühbirnen zu fressen gab :-)
Marcel, Dir weiterhin eine gute Zeit, Gruß, Jürgen.

Posted by Jürgen at Sunday, June 29, 2008 18:24:23

*lol* .. da hast du recht!
gruss
marcel

Posted by Marcel at Sunday, June 29, 2008 19:49:02

Herzlichen Glückwunsch! Klasse, dass Du das Training durchgehalten und schließlich auch den Halben durchgezogen hast! Dickes Lob ausm Süden!

Was kommt jetzt? Marathon im Herbst? ;-)

Viele Grüße, Bernd

Posted by Bernd Schiffer at Sunday, June 29, 2008 23:56:36

Hi,Marcel !!
Du liegst doch mit deinem persl. 2.Platz (etwas mehr als 2 Std.)voll im Trend.Hab schon am Telefon gemerkt das du dich toll gefreut hast.

Gruss Papa

Posted by Papa Heino at Monday, June 30, 2008 11:34:18

Juhu! Herzlichen Glückwunsch! Wir haben zwar noch um die Uhrzeit geschlafen, aber ich habe wie versprochen am frühstückstisch an dich gedacht. Ich hoffe du hörst jetzt nicht auf mit der lauferei nur weil das geschafft ist. Marathon Junge!!
Liebe Grüße von Bochum nach Hamburg,
Gunnar und Maiky.

Posted by meiky at Monday, June 30, 2008 12:24:42

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