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Friday, September 07, 2007

Nachdem ich viele Tempel in Kyoto gesehen habe ging es weiter nach Hiroshima. Wie jede Standort-aenderung, immer mit dem Zug. Reisen mit dem Zug ist in Japan absolut zu empfehlen. Mit dem JR-Railpass (280 AUD/Woche) ist es einem vergoennt jeden Zug zu nutzen. Aussgenommen die N700 Serie. Von diesem Bullet-Train, also Geschosszug, gibt es aber auch nur einen. Dieser gehoert zu den schnellsten Zuegen der Welt. Aber auch alle anderen Bullet-Trains nehmen es gerne mit unserem ICE 3 auf. Schoen mit Neigetechnik in die Kurve und dann wieder rausbeschleunigen. Aber nicht einfach so. Nicht einfach schneller werden, wenn ein Zug in Japan in den Hyperspeed uebergeht wird diese Tatsache mit einem schoenen Beschleunigungssound untermalt. Nicht aufdringlich aber spuer- und hoerbar.

In Hiroshima angekommen. Bestes Wetter mindestens 36 Grad und Wasser. Viel Wasser in der Luft. Ich schaetze mal in der Luft waren etwa 80% Wasser. Noch 20% mehr und man haette tauchen muessen, aber auch so war man am schwimmen.

Nachdem wir unsere Sachen im Hotel geparkt haben ging es direkt in die Innenstadt. Mitten in der Innenstadt steht auch schon die Hauptattraktion. Attraktion nunja wohl definitive ein schlechtes Wort fuer ein Peace Memorial. Der "Atomic Bomb Dome" von Hiroshima.

A-Bombe Dome Hiroschima

Um 8:15 am 6 August 1945 fiehl die erste Atombombe der Menschheitsgeschichte. Die Stadt liegt in einem Flussdelta und wie fuer ein Flussdelta oftmals ueblich ist, verzweigt sich ein Fluss in viele kleinere Stroeme - aehnlich eines Faechers. Die Bombe sollte eigentlich eine der wichtigsten Bruecken treffen. Allerdings wurde dieses Ziel verfehlt - um etwa 100 Meter. Aber die Amerikaner haben trozdem Glueck gehabt, denn die Bombe hat das Leben in einem Radius von etwa 3km ohnehin direkt komplett ausgeloescht. Also - Es war halt keiner mehr da der die Bruecke haette benutzen konnen, warum also kaput machen.

Von Hiroshima ist auch nicht viel uebrig geblieben. Da keiner mehr da war um "zu wohnen" war es auch nicht so schlimm das die Druckwelle jedes Haus im Umkreis von 2 bis 3 Kilometer pulverisiert hat. Waren eh alles Holzhuetten - Wer will darin heute noch wohnen?

Genug der Ironie, uebrig geblieben von der Hiroshima ist nur die Stadthalle die neben dieser besagten Bruecke an einem dieser Flussarme steht. Stehengelieben ist auch etwas falsch, es ist ein Geisterhaus, welches zur Haelfte zerfetzt ist. Es wird konsertiert fuer immer. Es ist immernoch in dem gleichen Zustand wie direkt nach dem Angriff. Bis heute wurden zwei oder drei Instandsetzungen durchgefuehrt, um das Gebaeude in den Zustand des 6. August 1945 zu halten.

Autor: Hirotsugu Mori

Die Foundation die sich darum kuemmert hat genug Geld um das Gebaeude die naechsten Jahrhunderte zu konservieren, dass macht einem Hoffnung und gluecklich - und bringt eine Art "Gewissen" auf den Plan. Aehnliches habe ich gespuert als ich zum ersten mal das Stehlenfeld in Berlin betreten habe.

Insgesamt ist Hiroshima keine Stadt die traurig ist. Im Gegenteil, Tage nach dem Angriff haben die restlichen Bewohner direkt angefangen sie Stadt neuzubauen. Was bleibt auch anderes uebrig? Bis heute sind durch die Bombe 130.000 Menschen gestorben, 70.000 Menschen durch die direkten folgen der Bombe. Also alles war einen so Umhaut innerhalb von etwa einem Monat. Innere Blutungen durch Stahlenkrankheit, Brandverletzungen, Fachkundigen werden die Liste wohl verlaengern koennen.

Eines der besten Museen die ich bis heute gesehen habe ist das War Memorial Museum in der Stadt. Etwa fuenf Gehminuten vom Memorial selbst entfernt. Es gibt zu Beginn einen Einfuehrungsfilm um den Besucher fuer das Kommende zu sensibilisieren, dann started es mit einem cronologischen Ablauf der Geschehnisse an diesem August Morgen. Anschliessend werden die W-Fragen beantwortet und ein generellen Ueberblick der Atommaechte der Welt (heute) verschafft. Wer kann wie oft die Erde aus der Bahn kegeln.
Zum Beispiel hatte die Uran-Bombe von Hiroschima nur ein zehntausenstel der Sprengwirkung von einer handelsueblichen Wasserstoffbombe heute. Zum Schluss wird noch mal das traurige Schicksal von Einzelpersonen hervorgehoben um den Besucher nicht mit einem einfachen objektiven Blick gehen zu lassen. Ziemlich gut gemacht.

Zu den W-Fragen: Wann ist bereits beantwortet, das "Warum" ist eigentlich wesentlich interessanter. Interessant ist nicht ganz richtig, ein Cronologisch sortierter Schriftverkehr diskutiert den besten Abwurfpunkt und vor allem welche Stadt. Unteranderem stehen auch deutsche Staedte zur Diskussion. Da wird einem Anderes - eine A-Bombe auf Berlin? Die Diskutanten in diesen Briefen sind nicht nur Millitaers unter anderem stellt Albert Einstein die Chanche zum Bau der Atombome in einem Brief an den Presidenten (..emm Eisenhower?) dar. Lesenswert!

Nach diesem, nennen wir es "Diskussion Thread", kommt es zu einem nachfolziehbaren logischen Entscheidung. Die Bombe wird geworfen. Deutschland liegt 45 in Truemmer eine A-Bombe in Deutschland ist unsinn, aber die Supermacht Japan, mit Piloten die lieber sterben als ihr Ziel zu verfehlen. Nachdem Japan Korea, den Pazifischen Raum, Teile von China und erobert hat, ist es dies anscheinend die einzige Moeglichkeit den Krieg zu beenden. Siehe Japan Imperialismus

Es ist eine reine Abschaetzung. Wieviele Jahre wird der Krieg noch dauern und wieviele Menschen werden in diesem umkommen, gegen die Folge einer A-Bombe mit abschreckender Wirkung.
Am Ende steht man diesen recht verloren in dem Museum und ist sich nicht mehr sicher ob man die Bombe nicht auch geworfen haette. Nicht auf eine Stadt aber vielleicht in Sichweite vor Tokio ins Meer. Am 14. August 45 hat Japan kapituliert. Ich muss mir Zeit nehmen um mich mit dem Thema noch mehr zu befassen.

Schnitt!

Hiroschima Carps

Genug der melankolischen Worte - das wuerde ein falsches Bild auf diese Stadt werfen. Hiroshima ist die Stadt in der ich mich in Japan mit am wohlsten gefuehlt habe. Es gibt viel zu sehen, so habe ich in Hiroshima mein erstes Baseballspiel gesehen. Die Hiroshima Carps gegen die Tokio Giants.





Zudem empfehle ich dringend die Insel Miyagima zu besuchen. Auf dieser Insel laufen ueberall handzame Rehe rumm, die Insel ist fuer "Torii" bekannt. Ein Tor durch das die Flut in die Bucht vereinkommt. Alles nicht so ueberladen mit Menschen und recht entspannend.

Sehe ich aus wie ein Kamel?


Comments

Hallo Marcel !
Das war ja mal Interessant dein Reisebericht über Hiroshima,weiter so !!!!
Dein Papa.

Posted by heino at Friday, September 07, 2007 13:43:24

Hi Marcel.
Beim ersten Foto habe ich an unser Berliner Reichstagsgebäude gedacht, das hoffendlich nie (wieder)so aussehen wird...
Wieder ein toller Bericht, nur die vielen roten Baseball-Bälle haben mich ein wenig iritiert. :-)
Foto ähnelt stimmungsmässig den Bildern unserer Handball-WM...

Danke, weiter so.

Posted by Jürgen at Saturday, September 08, 2007 00:04:00

Ist das ein rauchendes Reh? o.0
Super Reisebericht, find ich auch! Und Papas Bienenbär ist immer mit dabei :)

Posted by Meiky at Saturday, September 08, 2007 18:03:16

Sehr interessanter Bericht Marcel.

Posted by Reiseportal at Sunday, January 04, 2009 16:49:47

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