This is the archive for September 2007
Nachdem ich viele Tempel in Kyoto gesehen habe ging es weiter nach Hiroshima. Wie jede Standort-aenderung, immer mit dem Zug. Reisen mit dem Zug ist in Japan absolut zu empfehlen. Mit dem JR-Railpass (280 AUD/Woche) ist es einem vergoennt jeden Zug zu nutzen. Aussgenommen die N700 Serie. Von diesem Bullet-Train, also Geschosszug, gibt es aber auch nur einen. Dieser gehoert zu den schnellsten Zuegen der Welt. Aber auch alle anderen Bullet-Trains nehmen es gerne mit unserem ICE 3 auf. Schoen mit Neigetechnik in die Kurve und dann wieder rausbeschleunigen. Aber nicht einfach so. Nicht einfach schneller werden, wenn ein Zug in Japan in den Hyperspeed uebergeht wird diese Tatsache mit einem schoenen Beschleunigungssound untermalt. Nicht aufdringlich aber spuer- und hoerbar.
In Hiroshima angekommen. Bestes Wetter mindestens 36 Grad und Wasser. Viel Wasser in der Luft. Ich schaetze mal in der Luft waren etwa 80% Wasser. Noch 20% mehr und man haette tauchen muessen, aber auch so war man am schwimmen.
Nachdem wir unsere Sachen im Hotel geparkt haben ging es direkt in die Innenstadt. Mitten in der Innenstadt steht auch schon die Hauptattraktion. Attraktion nunja wohl definitive ein schlechtes Wort fuer ein Peace Memorial. Der "Atomic Bomb Dome" von Hiroshima.
Um 8:15 am 6 August 1945 fiehl die erste Atombombe der Menschheitsgeschichte. Die Stadt liegt in einem Flussdelta und wie fuer ein Flussdelta oftmals ueblich ist, verzweigt sich ein Fluss in viele kleinere Stroeme - aehnlich eines Faechers. Die Bombe sollte eigentlich eine der wichtigsten Bruecken treffen. Allerdings wurde dieses Ziel verfehlt - um etwa 100 Meter. Aber die Amerikaner haben trozdem Glueck gehabt, denn die Bombe hat das Leben in einem Radius von etwa 3km ohnehin direkt komplett ausgeloescht. Also - Es war halt keiner mehr da der die Bruecke haette benutzen konnen, warum also kaput machen.
Von Hiroshima ist auch nicht viel uebrig geblieben. Da keiner mehr da war um "zu wohnen" war es auch nicht so schlimm das die Druckwelle jedes Haus im Umkreis von 2 bis 3 Kilometer pulverisiert hat. Waren eh alles Holzhuetten - Wer will darin heute noch wohnen?
Genug der Ironie, uebrig geblieben von der Hiroshima ist nur die Stadthalle die neben dieser besagten Bruecke an einem dieser Flussarme steht. Stehengelieben ist auch etwas falsch, es ist ein Geisterhaus, welches zur Haelfte zerfetzt ist. Es wird konsertiert fuer immer. Es ist immernoch in dem gleichen Zustand wie direkt nach dem Angriff. Bis heute wurden zwei oder drei Instandsetzungen durchgefuehrt, um das Gebaeude in den Zustand des 6. August 1945 zu halten.
Die Foundation die sich darum kuemmert hat genug Geld um das Gebaeude die naechsten Jahrhunderte zu konservieren, dass macht einem Hoffnung und gluecklich - und bringt eine Art "Gewissen" auf den Plan. Aehnliches habe ich gespuert als ich zum ersten mal das Stehlenfeld in Berlin betreten habe.
Insgesamt ist Hiroshima keine Stadt die traurig ist. Im Gegenteil, Tage nach dem Angriff haben die restlichen Bewohner direkt angefangen sie Stadt neuzubauen. Was bleibt auch anderes uebrig? Bis heute sind durch die Bombe 130.000 Menschen gestorben, 70.000 Menschen durch die direkten folgen der Bombe. Also alles war einen so Umhaut innerhalb von etwa einem Monat. Innere Blutungen durch Stahlenkrankheit, Brandverletzungen, Fachkundigen werden die Liste wohl verlaengern koennen.
Eines der besten Museen die ich bis heute gesehen habe ist das War Memorial Museum in der Stadt. Etwa fuenf Gehminuten vom Memorial selbst entfernt. Es gibt zu Beginn einen Einfuehrungsfilm um den Besucher fuer das Kommende zu sensibilisieren, dann started es mit einem cronologischen Ablauf der Geschehnisse an diesem August Morgen. Anschliessend werden die W-Fragen beantwortet und ein generellen Ueberblick der Atommaechte der Welt (heute) verschafft. Wer kann wie oft die Erde aus der Bahn kegeln.
Zum Beispiel hatte die Uran-Bombe von Hiroschima nur ein zehntausenstel der Sprengwirkung von einer handelsueblichen Wasserstoffbombe heute. Zum Schluss wird noch mal das traurige Schicksal von Einzelpersonen hervorgehoben um den Besucher nicht mit einem einfachen objektiven Blick gehen zu lassen. Ziemlich gut gemacht.
Zu den W-Fragen: Wann ist bereits beantwortet, das "Warum" ist eigentlich wesentlich interessanter. Interessant ist nicht ganz richtig, ein Cronologisch sortierter Schriftverkehr diskutiert den besten Abwurfpunkt und vor allem welche Stadt. Unteranderem stehen auch deutsche Staedte zur Diskussion. Da wird einem Anderes - eine A-Bombe auf Berlin? Die Diskutanten in diesen Briefen sind nicht nur Millitaers unter anderem stellt Albert Einstein die Chanche zum Bau der Atombome in einem Brief an den Presidenten (..emm Eisenhower?) dar. Lesenswert!
Nach diesem, nennen wir es "Diskussion Thread", kommt es zu einem nachfolziehbaren logischen Entscheidung. Die Bombe wird geworfen. Deutschland liegt 45 in Truemmer eine A-Bombe in Deutschland ist unsinn, aber die Supermacht Japan, mit Piloten die lieber sterben als ihr Ziel zu verfehlen. Nachdem Japan Korea, den Pazifischen Raum, Teile von China und erobert hat, ist es dies anscheinend die einzige Moeglichkeit den Krieg zu beenden. Siehe
Japan Imperialismus
Es ist eine reine Abschaetzung. Wieviele Jahre wird der Krieg noch dauern und wieviele Menschen werden in diesem umkommen, gegen die Folge einer A-Bombe mit abschreckender Wirkung.
Am Ende steht man diesen recht verloren in dem Museum und ist sich nicht mehr sicher ob man die Bombe nicht auch geworfen haette. Nicht auf eine Stadt aber vielleicht in Sichweite vor Tokio ins Meer. Am 14. August 45 hat Japan kapituliert. Ich muss mir Zeit nehmen um mich mit dem Thema noch mehr zu befassen.
Schnitt!
Genug der melankolischen Worte - das wuerde ein falsches Bild auf diese Stadt werfen. Hiroshima ist die Stadt in der ich mich in Japan mit am wohlsten gefuehlt habe. Es gibt viel zu sehen, so habe ich in Hiroshima mein erstes Baseballspiel gesehen. Die Hiroshima Carps gegen die Tokio Giants.
Zudem empfehle ich dringend die Insel Miyagima zu besuchen. Auf dieser Insel laufen ueberall handzame Rehe rumm, die Insel ist fuer "Torii" bekannt. Ein Tor durch das die Flut in die Bucht vereinkommt. Alles nicht so ueberladen mit Menschen und recht entspannend.
Posted by Marcel at 05:12 AM. Filed under: Down Under
• Permalink
ich mein wenn das Oel alle ist dann muessen wir endlich anfangen massive nach alternative Treibstoffen ausschau zu halten. Du weisst schon Wasserstoff und so. Damit das schneller geht helfe ich jetzt mit -
Jeder kann was tun.
Naechste Woche Freitag ist mein letzter Arbeitstag. Am Sonntag den 16. September 2007 geht es nach Norden. Das ist der ganze Plan. Im Norden gibt es viel Strasse so das man lange fahren kann. Im Moment rekrutiere ich Gleichgesinnte die mit mir zusammen die Oel-Reserven der Welt verfeuern moechten.
Wie soll ich heissen - Ich habe noch keinen Namen!
A. Waldi
Reloaded
B. Brumm
C. Auto
D. Ich habe eine bessere Idee und schreibe sie Dir im Comment-Bereich.
Posted by Marcel at 01:40 PM. Filed under: Down Under
• Permalink
Heute morgen fand ich auf der Webseite des Sydney Morning Harald folgenden
Artikel. Hier ein Auszug:
SMH:Both the US and Australia are now strongly urging a new framework at odds with Europe and China. Wie jetzt.. ein neues Framework gegen den Klimawandel, hat das alte den nicht funktioniert? Die hiess es noch gleich - Richtig Kyoto!
SMH:Yesterday Mr Bush once again rejected ratifying Kyoto. "Kyoto may work for other countries," he said at his Sydney press conference, "it just didn't make sense for the United States". Wie es macht kein sinn, was sollen wir den sonst machen?
SMH:THE Prime Minister, John Howard, has backed George Bush's new global climate-change strategy to replace the Kyoto Protocol with a plan that calls for all big emitters to cut greenhouse gases, but avoids imposing binding targets on developed economies.
Ach so jetzt verstehe ich, wie dumm von mir - Wir ersetzen Kyoto durch ein "besseres" Abkommen. Also eines welches einen nicht an feste Reductionsziele bindet. Das macht natuerlich Sinn - Also fuer die USA.
Gut das die hier ueber sowas diskutieren, waehrend sich zur gleichen Zeit in Berlin die Umweltminister der G8
treffen um ueber die Fortsetzung nach Kyoto zu sprechen.
Prost,
Marcel
Posted by Marcel at 03:36 AM. Filed under: Down Under
• Permalink
Aber wenn die weiter so muede da rum stehen dann wird das nie was mit den "
Electronic Sports World Cup". Die 400.000 Euro Siegespraemie kann er sich definitive abschmincken.
Wie soll das eigentlich genau ablaufen, wenn er jemand erschiessen moechte? Laeuft er schnell zu deinem Schiessgewehr, laeuft zurueck, hofft das der Demonstrant nicht weggelaufen ist, sucht es - Anvisieren und dann "kaput" machen?
Mehr dazu zum Beispiel hier:
http://www.flickr.com/photos/aussiegold/
Posted by Marcel at 02:51 AM. Filed under: Down Under
• Permalink
Gestern Abend habe ich mich aufgemacht um naehe Circular Quay im Glenmore Hotel mich mit einem Englaender zu treffen mit dem ich vielleicht die Ostkueste abklappern moechte. Das Glenmore Hotel ist eines der aeltesten Pubs in Sydney. Allerdings liegt es dieser Tage auf "DER ANDEREN SEITE". Bush und Shrub sind fuer die APEC Tage im Interkonti abgestiegen. Ach wer nicht wissen sollte was ein Shrub ist - ein Shrub ist ein "kleiner Bush", so heisst John Howard (PM of Austr.) Also zumindest sollen wir glauben, dass sie in dem Hotel sind und dieses Interkonti liegt eben in diesem Hochsicherheitsgebiet. Wer dieses Gebiet betritt verliert per "Special ACT" die Haefte seiner Grundrechte, aber was tut man nicht alles fuer ein gutes kuehles Bier!
Nachdem ich an meinem Artikel ueber Hiroschima weiter geschrieben hatte und weder Katharina noch Simon auftauchen wollten, machte ich mich nach 2 Stunden auf den Heimweg.
Ueber den fragewuerdigen Charakter von Globalisierungsmeeting dieser Art moechte ich an dieser Stelle mal absehen aber darueberhinaus; Eines kann man australischen Regierung nicht nachsagen - das sie rein kapitalistisch handeln wuerden. Anderenfalls wuerden sie nicht ein Block von einem Quadratkilometer absperren und Freitag den 7 September sogar zum APEC Feiertag erheben. Wenn ich mal meine rein kapitalistische Meinung dazu beitragen darf. Aus Sicht des australischen Finanzmarkt ist das das wichtigste Viertel. Jede grosse Bank der Welt hat dort mindestens einen Tower, natuerlich auch die deutsche Bank. Das ganze System faehrt fuer 10 Tage auf Sparflame und am Freitag wird es komplett heruntergefahren, waehrend wir in Deutschland ueber den Abbau von Feiertagen diskutieren werden hier neue erfunden.
Dann habe ich mir allerdings den Hass der gesamten Exikutive auf den Hals gezogen, als ich folgendes Foto schoss...
Ich versuchte gerade festzustellen aus welchem Winkel ich ein moeglichst interessantes Farbspektum im Bild zaubern kann, als ich unterbrochen wurde. 8 Polizisten kamen auf mich zu, einer von Ihnen konnte sogar sprechen:
- P: Please stop making pictures and step to the side, what are you doing here?
- M: Making pictures of this garbage bin.
- P: Why? (Anmerkung: Normalerweise sind Muelleimer in Sydney benuztbar und nicht von Christo kleinem Bruder mit einer Tuete verpackt.)
- P: What are you doing with the pictures?
- M: I am writting for the German Blogosphere, I put the pics on my weblog.
- Anmerkung 2: Leider wusste der Gute nicht was ein Weblog ist, er ging nur auf das Schluesselwort "German" ein.
- P: You are here for demonstration?
- M: Demonstration - demonstrate against what? - I am a german Backpacker. I am here for Holydays.
- Nachdem sein Kollege ihm zunickte durfte ich gehen.
Da draegt sich das Lied 99 Luftballons von Nena auf - in dem Song wird ein Krieg ausgeloest wegen ein paar Luftballons. Also wenn Fotos von einem Muelleimer zu einer halben Personenkontrolle fuehren, dann aber gute Nacht. Ich sage nur "Bedrohung im Endstation".
Apropos Gute Nacht, ich werde Morgen Abend mal versuchen noch ein paar Fotos zu schiessen, aber diesesmal lasse ich aber mein 300mm Tele nicht Zuhause. Auf etlichen Daechern sitzen hier Leute mit Snippers, da darf ich doch wenigstens die gleiche Brennweite wie die Jungs vor den Augen haben ("Sniper"-Foto wird nachgereicht, wurde mir nicht rechtzeitig zugesand).
Falls Du den Artikel langweilig fandest so hast du doch zumindest eine neue Vokabel gelernt.
Nachtrag: Ueberall in der Stadt, wie auch auf dem letzten Foto zu sehen, haengen Fahnen fuer das APEC Meeting. Und wer ist als Hauptsponsor ueberall abgedruckt. Richtig - Microsoft!
Posted by Marcel at 09:25 AM. Filed under: Down Under
• Permalink
Bevor ich schon Hiroschima schreibe, zuvor ein zwei Kommentare zu den Kommentaren.
Zur Reisevorbereitung:
Ich habe keinen wirklichen Bezug zu Japan gehabt, also ich bin nicht Japan begeistert gewesen. Ich habe mir das Reiseziel nicht ausgesucht, die Reise hat mit ausgesucht. Wie schon geschehen bei der Reise nach Tasmanien, war die Gelegenheit einfach zu gut um nein zu sagen. Unterm Strich heisst das ich habe nie einen Reisefuehrer bewaelst oder mich in irgendeiner Weise vorbereitet.
Zur Swastika:
Ich wusste vor Japan das die Swastika ein altes Zeichen ist welches in einem wesentlich positiveren Zusammenhang als den Nationalsozialismus zu finden ist. Allerdings hatte ich das vorkommen in Japan nicht erwartet, da mir der Bezug zum Buddhismus nicht klar war. Somit war ich tatsaechlich recht ueberrascht.
Zur Schulbildung:
Ich habe eine Gymnasium in NRW besucht, waehrend dieser mangelhaften schulischen Bildung, wuerde eines wiederkehrend bearbeitet. Die Vernichtung der Juden, nicht einmal, nicht zweimal, durchgehend und faecheruebergreifend. Ich halte diesen Unterrichtsstoff fuer sehr wichtig und fuer zwingend notwendig damit der Wahnsinn der NAZIS sich nie wieder wiederholen kann, aber ich haette mir auch gewuenscht das ich ein wenig mehr ueber globale Zusammenhaenge des Krieges gelernt haette. Schliesslich war es ja ein "Welt" Krieg. Also Zumindest ist die Rolle Japans im zweiten Weltkrieg ein wenig untergegangen. Zum Gluck habe ich das nachher durch TV-Serien wie "Pazific Geschwader" und Filme wie "Pearl Habour" nachgeholt. Super das ich noch heute weiss das Karl der Grosse 800 n. Chr. zum Kaiser gekroent wurde, ich aber wie ein Depp da stehe wenn ich mich mit Koreanischen Freunden ueber mehr als das Wetter unterhalten moechte - Japan und Korea sind die "gute" Freunde?
Nationalstolz:
Ist unsinn - Das war meine Meinung bis vor der WM. Befremdlich war dann zusehen wie Leute die deutsche Fahne ans Auto pinnen. Aber irgendwie war das auch erleichternd zu sehen, dass sowas in Deutschland moeglich ist und es sich mit Sicherheit dabei nicht um Rechte Gesinnung handeln kann.
Posted by Marcel at 09:11 AM. Filed under: Down Under
• Permalink